Wer kennt es nicht? Der Monat neigt sich dem Ende und der Euro wird knapp. Die unbezahlten Rechnungen, der leere Kühlschrank oder das kaputte Auto wollen aber meist nicht warten, bis neues Geld eingeht. In diesen Situationen ist es ein probates Mittel gegen kleinere Zahlungsschwierigkeiten: Das Girokonto überziehen und von einem Dispokredit Gebrauch machen. Doch ist das Konto erst einmal überzogen und schreibt der Kontoauszug rote Zahlen, geraten die meisten Menschen in Panik. Fragen wie „darf ich mein Girokonto überhaupt überziehen?“, „welche Kosten und Zinsen kommen auf mich zu?“, und vor allem „wie komme ich aus dem Minus wieder raus und kann mein Konto ausgleichen?“ werden in diesem Beitrag näher beleuchtet, um Licht in die Dispo-Dunkelheit zu bringen.

Konto überzogen – was passiert nun?

Welche Konsequenzen Sie noch erwarten, wenn Sie Ihr Girokonto überziehen, hängt maßgeblich davon ab, welches Konto Sie führen. Eins ist jedenfalls sicher: Das Konto zu überziehen ist nur eine vorübergehende Hilfsmaßnahme, um den Zahlungsdruck zu minimieren, dringliche Kosten zu bezahlen oder klamme Zeiten kurzfristig zu überbrücken. Mittel- oder gar langfristig ist eine Kontoüberziehung nie die Lösung des Problems, sondern stellt vielmehr eine weitere Gefahr für neue Schulden dar.

Von großer Bedeutung für die Thematik Kontoüberziehung ist der sogenannte Dispositionskredit, im Alltag eher geläufig als Dispo oder Dispokredit. Die Folgen einer Kontoüberziehung bei einem Girokonto mit vereinbartem Dispokredit werden im nächsten Abschnitt kurz dargestellt.

Girokonto mit Dispokredit überziehen

Unter dem schwierig klingenden Fremdwort Disposition versteht man so etwas wie Verfügbarkeit oder Verwendung – bei einem Girokonto mit Dispokredit können Sie Ihr Konto also innerhalb eines mit der Bank vereinbarten Rahmens überziehen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Angst vor Mahnschreiben oder gar einer Kündigung des Kontos müssen Sie also erst mal nicht haben: Ihre Bank wird Ihnen für eine Kontoüberziehung innerhalb des Dispo-Rahmens keine Mahnung schicken und auch ein SCHUFA-Eintrag ist in diesem Falle keine Gefahr.

Allerdings fallen für die Nutzung eines Dispokredits Zinsen an. Diese sind von der jeweiligen Bank und der getroffenen Kreditvereinbarung abhängig, können jedoch je nach Bank sehr hoch ausfallen – von rund 4 bis 14 Prozent können die Dispozinsen stark variieren. Deswegen empfiehlt es sich auch bei einem Konto mit Dispokredit, nur im Notfall auf diesen zurückzugreifen, die anfallenden Zinsen und Kosten bereits im Voraus zu kalkulieren und diese stets im Auge zu behalten.

Etwas gefährlicher sieht die Sachlage dann aus, wenn Sie Ihr Girokonto ohne eine Vereinbarung für einen Dispo mit der kontoführenden Bank ins Minus steuern.

Girokonto ohne Dispokredit überziehen

Gesetzt den Fall Ihr Konto verfügt nicht über einen Dispokredit und Sie überziehen es dennoch, fallen sehr hohe Überziehungszinsen von bis zu 18 Prozent an – noch höhere Zinsen also als im Fall des Dispokredits. Genauso sieht es auch aus, wenn Sie ein Girokonto mit Dispo über den Verfügungsrahmen hinaus überziehen.

Sollten Sie bloß ausnahmsweise Ihr Konto ohne eine Regelung zum Dispo überzogen haben und dieses zeitnah auch wieder ausgleichen, wird Ihre Bank das wohl kaum abseits der genannten Zinsen bestrafen. Bleibt der Ausgleich des Minus jedoch aus, dauert es in der Regel nicht lange, bis Banken ihre Kundschaft mittels einer Mahnung auffordern, das überzogene Konto auszugleichen. Kommt man dieser Aufforderung nicht zeitnah nach oder missachtet ggf. gesetzte Fristen, können und dürfen die Banken das überzogene Girokonto kündigen und den Betrag des überzogenen Kontos weiter anmahnen. Ignoriert der Bankkunde auch diese Mahnschreiben und begleicht die entstandenen Schulden nicht rechtzeitig, lässt der befürchtete negative SCHUFA-Eintrag zumeist nicht lange auf sich warten.

Man merkt also schnell: Je nachdem, in welcher Höhe Sie Ihr Konto überzogen haben, wie die anfallenden Zinsen aussehen und wie aussichtslos der zeitnahe Ausgleich der Kontoüberziehung ist, steuern Sie mit einer solchen Maßnahme, welche Ihnen eigentlich Erleichterung bringen sollte, immer tiefer in das Minus und können so in die Schuldenfalle tappen. Allgemein gilt deswegen: Überziehen Sie Ihr Girokonto nur dann und nur solange, wie es wirklich notwendig ist.

Zu spät: Ich habe mein Konto bereits überzogen – was kann ich jetzt machen?

Auch wenn Sie Ihr Girokonto bereits ohne Dispokredit oder über den Verfügungsrahmen hinweg überzogen haben und ein kurzfristiger Ausgleich des Minus durch Zahlung in nächster Zeit schwierig sein sollte, gibt es erstmal keinen Grund in Panik zu geraten.

Ein wichtiger Schritt liegt in der guten Kommunikation zwischen den Banken und ihren Kunden – nicht umsonst spricht man häufig von der sogenannten Hausbank. Suchen Sie den Kontakt zu Ihrem Berater. Dessen Aufgabe ist es schließlich, Ihnen mit einem kompetenten finanziellen Ratschlag zur Seite zu stehen. Erklären Sie der Bank in aller Ruhe die bestehende Problematik. Das Gespräch mit der Bank zu suchen ist in jedem Fall besser, als das Problem zu ignorieren. Auch wenn ein baldiger Ausgleich des Kontos nicht zeitnah in Aussicht ist und Ihr Berater darüber nicht erfreut sein wird, so weiß Ihre Bank, woran sie ist und kann ihrerseits Lösungsvorschläge unterbreiten. An dieser Stelle kann die Bank für Sie auch den Kontakt zu einer Schuldnerberatung herstellen oder zumindest ggf. von Mahnschreiben absehen. Denn: Ist die Bank gezwungen Mahnungen zu verschicken, bedeutet dies nur weitere Kosten, welche Ihnen zu Lasten fallen und das Minus auf dem Konto nur weiter verschlimmern.

Sollten Sie den Weg zu Ihrem Bankberater fürchten oder sich eine unabhängige fachkundige Meinung einholen und sich tiefergehend beraten lassen wollen, stehen wir Ihnen als Schuldnerberatung selbstverständlich auch beim Thema Dispo und Kontoüberziehung zuverlässig zur Verfügung. Nehmen Sie hierfür gerne Kontakt zu uns auf.

Bedeutet eine Kontoüberziehung auch gleichzeitig einen negativen SCHUFA-Eintrag?

Auch hier gilt: Zunächst besteht kein Grund zur Sorge. Ein überzogenes Konto ist noch kein Anlass für einen unmittelbaren negativen SCHUFA-Eintrag. Mit diesem müssen Sie erst dann rechnen, wenn Ihr Konto ohne Dispokredit oder über Ihren Dispokredit hinweg dauerhaft überzogen worden ist und Sie entsprechende Schreiben und Anfragen der Bank ignorieren.

Daher gilt: Sprechen Sie mit dem Kundenservice Ihrer Bank und bitten Sie um einen Lösungsvorschlag. In den meisten Fällen sind die Kreditinstitute sehr kulant und bieten beispielsweise Ratenzahlungen an.

Licht am Ende des Tunnels: So gelingt es Ihnen, die Kontoüberziehung zeitnah auszugleichen

Die naheliegende Lösung für die Sorgen rund um das überzogene Girokonto ist, dass Sie das Minus auf dem Konto mit dem nächsten Gehalt bzw. dem nächsten Zahlungseingang wieder ausgleichen. Oftmals ist die Situation aber schon so festgefahren und die Überziehung so weitreichend, dass dies nicht möglich ist. Doch auch in schwerwiegenderen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Ausgleich der Überziehung zu schaffen und einige Euro zu sparen. Denn wie bereits erwähnt, sind die Zinsen für einen Dispokredit vergleichsweise hoch und stellen nur zusätzliche Kosten dar, die es zu vermeiden gilt.

Generell gilt auch an dieser Stelle, dass das offene Gespräch mit der Bank zumeist schon zur Lösung des Problems führen wird. Ihr Bankberater könnte Ihnen beispielsweise anbieten, durch die Aufnahme eines Ratenkredits umzuschulden. Diese Möglichkeit bietet deutliche Vorteile, da die Zinsen für einen regulären Kredit sehr viel günstiger ausfallen als die Zinsen im Falle einer Überziehung. Als Schuldnerberatung sehen wir die Möglichkeit der Umschuldung durch einen neuen Kredit allerdings auch immer unter dem kritischen Aspekt drohender Schulden. Generell empfehlen wir, Kreditvereinbarungen nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn Sie die Konditionen zur Rückzahlung mit einem sicheren und guten Gefühl annehmen können.

Eine gute Alternative zum Abschluss eines Ratenkredits ist die Vereinbarung einer Ratenzahlung in individueller Höhe mit Ihrer Bank. So können Sie das Minus auf Ihrem Girokonto angenehm und über einen passenden Zeitraum ausgleichen, ohne die Risiken einer Umschuldung in Anspruch zu nehmen.

Die Vereinbarung von Ratenzahlungen gehört zu den wesentlichen Werkzeugen der außergerichtlichen Schuldenbewältigung. Sollten Sie hierbei auf die Unterstützung und die Kompetenzen unserer fachlich und menschlich versierten Schuldnerberater zurückgreifen wollen, nehmen wir als Schuldnerberatung gerne den Kontakt zu Ihrer Bank auf. Wir verhandeln mit Ihrer Bank eine für Sie tragbare Ratenzahlung, die Sie gut und ohne Sorgen bezahlen können, um so in Zukunft hohe Kosten und Zinsen oder gar einen neuen Kredit zu vermeiden. Gerne helfen wir Ihnen dabei – Ihr Team von Phoenix Schuldner- und Insolvenzberatung.