Definitionsgemäß versteht man unter Schuldenfalle eine Situation, in der die regelmäßigen Ausgaben die Einnahmen signifikant überschreiten. Unabhängig ob als Unternehmen oder als Privatperson, wenn Zahlungsverpflichtungen aus eigener Kraft nicht mehr eingehalten werden können und eine Rückzahlung der Schulden immer problematischer wird, spricht man von der Schuldenfalle. Gleichzeitig beschreibt der Term allerdings auch klassische Gründe für die Verschuldung. So kann schlichtweg eine Kreditaufnahme, ungünstige Vertragskonditionen oder auch der Dispositionskredit auf dem Girokonto zur Schuldenfalle werden.

Nach dem jährlich erscheinenden Überschuldungsreport können in Deutschland derzeit 6,92 Millionen Menschen ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Aktuell verschärft die Corona-Pandemie die Situation: durch die in allen Branchen auftretenden Einbußen der Einkommen wird ein weltweiter Anstieg der Verschuldung prognostiziert. Wie es zur Überschuldung kommen kann, wie sie sich vermeiden lässt und welche Handlungsmöglichkeiten offenstehen, wenn Schulen bereits vorhanden sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schuldenfalle – die häufigsten Ursachen

Die häufigste Ursache für Privatschulden in Deutschland im Jahr 2019 war die Arbeitslosigkeit, gefolgt von akuten Lebensbedingungen wie Krankheit oder Unfällen. Circa 14 Prozent der Menschen, die aufgrund von Schulden eine Schuldnerberatung aufsuchten, gaben unwirtschaftliche Haushaltsführung als Grund an, 13 Prozent hingegen eine Scheidung oder Trennung. Menschen mit geringem Einkommen scheinen einer Überschuldung grundsätzlich am ehesten ausgesetzt zu sein, beschränkte finanzielle Mittel müssen allerdings nicht immer ein Grund sein. Auch Alleinerziehende, sowie immer mehr Senioren und Jugendliche geraten in die Überschuldung. Was allen Betroffenen gemein ist, ist die Tatsache, dass sie oft zu spät Hilfe suchen und dann bereits so tief verschuldet sind, dass nur noch eine Privatinsolvenz helfen kann. Möglichst schnell einen Ratgeber wie einen Anwalt oder eine Schuldnerberatung aufzusuchen, ist somit extrem wichtig, um eine Privatinsolvenz abzuwenden. Neben den Schulden fallen nämlich weitere Kosten an: wenn sie nicht getilgt werden, folgt deren Verzinsung, ebenso Mahngebühren und Verzugszinsen.

Eine klassische Schuldenfalle ist das Eigenheim. Immobilien werden oftmals ohne Vorausschau auf Kredit gekauft. Nicht nur eine Baufinanzierung, sondern auch die Instandhaltung einer angekauften Immobilie verursachen jedoch Kosten, die nicht vorhersehbar sind. Ein Kredit für das Eigenheim sollte also erst dann aufgenommen werden, wenn finanzielle Rücklagen vorhanden sind und das Geld auf dem Konto vor allem alle laufenden Kosten decken kann. Eine Kostenaufstellung ist ein gutes Mittel, um einen Überblick zu erhalten. Beim Abschließen des Vertrages sollte darauf geachtet werden, dass dieser ein sogenanntes Sondertilgungsrecht beinhaltet – neben den monatlichen Ratenzahlungen dürfen dann auch im Tilgungsplan nicht festgehaltene Zahlungen getan werden, was die Gesamtzahlung erleichtert. Die Zinsen für einen Immobilienkauf sind derzeit niedrig – davon sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. Zum Kaufpreis kommen nämlich unter anderem noch Kosten für Reparaturen, Versicherungen, Strom, Heizung sowie die Grunderwerbssteuer hinzu. Wichtig ist außerdem, die Vertragslaufzeit zu beachten. Jeder vierte deutsche Immobilieneigentümer über 69 hat sein Eigenheim noch nicht abbezahlt. Wer durch den Hauskauf Schulden ansammelt und diese nicht mehr bezahlen kann, sollte nicht lange zögern und die Immobilie verkaufen. Andernfalls kann eine Zwangsversteigerung drohen, womit die Chance sinkt, durch den Verkauf die Raten tilgen zu können.

Nicht nur das Eigenheim, auch das Auto oder das Handy kann zur Schuldenfalle werden. Bei Ersterem kann ein Unfall oder ein Fahrzeug mit Mängeln Auslöser dafür sein, beide Konsumgüter haben allerdings mehrheitlich ungünstige Vertragsbedingungen. Steigende Ausgaben für Mobiltelefone sorgen in den letzten Jahren für einen Anstieg der Verschuldung, gerade bei jungen Menschen. Schuld daran sind überteuerte Tarife, kostspielige Streamings und Verträge mit langen Laufzeiten, die oftmals mit der Abzahlung des Telefons einhergehen und dadurch teurer werden als ihr eigentlicher Preis.

Neben einer Baufinanzierung und Konsumgütern können auch andere Kredite jeglicher Art, die Kreditkarte an sich sowie der Dispositionskredit zur Schuldenfalle werden. Viele Menschen verlieren mit der Zeit den Überblick über die Anzahl ihre Kredite und unterschätzen sowohl Laufzeiten als auch hohe Verzinsung. Eine Kreditkarte kann zur Schuldenfalle werden, weil das Geld immer erst später abgebucht wird. Auch, wenn gar kein Geld mehr da ist. Der Dispositionskredit für Privatkunden auf dem Girokonto beläuft sich meist auf das 2,5 bis 3-fache des monatlichen Nettogehaltes und stellt damit ebenfalls ein hohes Risiko dar. Ist das Konto darüber hinaus ständig überzogen, fallen Zinsen an.

Vorbeugung und Maßnahmen bei Verschuldung

Um eine Schuldenfalle zu vermeiden, ist es enorm wichtig, einen Überblick über das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Dafür bietet sich die Erstellung eines Haushaltsplans an, in dem auch Termine für Überweisungen festgehalten werden. Des Weiteren lohnt sich ein Verzicht auf die Kreditkarte, um sich der Ausgaben wirklich bewusst zu werden. Kontoeinstellungen können insofern konfiguriert werden, als dass Abzahlungen für Fixkosten immer erst dann abgehen, wenn gerade Geld eingetroffen ist. Ein genereller Check über jegliche Abonnements, Versicherungen und Mitgliedschaften sollte regelmäßig stattfinden. Nicht alle Versicherungen, die guten Gewissens abgeschlossen wurden, werden wirklich benötigt, ebenso wenig zwei Mitgliedschaften in unterschiedlichen Fitnessstudios. Grundsätzlich sollte möglichst wenig über eine Kreditfinanzierung gekauft werden. Ein ausgiebiger Vergleich von Kosten und Leistung, wenn es um Verträge und Tarife geht, bietet sich ebenfalls an. Hilfe dabei findet man im Internet.

Schuldnerberatungen stellen in der Regel kostenlose Erstgespräche zur Verfügung und können jederzeit zu Hilfe gezogen werden. Wir von Phoenix Schuldnerberatung bieten Ihnen als Ratgeber viele hilfreiche Tipps und Hilfe, wenn Ihre finanzielle Lage brenzlig wird. In jedem Fall ist schnelles Handeln gefragt, denn auf keinen Fall sollten Schulden durch noch mehr Schulden bezahlt werden. Ein erster Ausweg aus der Schuldenfalle kann unter anderem die Umschuldung von Krediten sein. Dabei werden fällige Verbindlichkeiten umstrukturiert, was in vielen Fällen für längere Abzahlungsfristen, niedrigere Zinsen oder auch tilgungsfreie Zeiten sorgen kann. Ein weiterer Weg kann eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern sein. Diesen werden dadurch mithilfe von einem Anwalt oder einer Schuldnerberatung Vorschläge zur Schuldentilgung unterbreitet, beispielsweise in Form von Ratenzahlungen oder Stundungen. Wenn diese Unternehmungen erfolglos bleiben, kann eine Privatinsolvenz als Ausweg aus den Schulden in Betracht gezogen werden.

Brauchen Sie hierbei Hilfestellung? Phoenix Schuldnerberatung steht Ihnen stets als Ratgeber zur Seite. Wir beraten Sie umfassend über Ihre Möglichkeiten raus aus den Schulden. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und vereinbaren Sie ein kostenloses Erstberatungsgespräch per E-Mail oder Telefon mit uns. Wir freuen uns von Ihnen zu hören!