Die Schuldensanierung steht im Zusammenhang mit dem Schuldenabbau. Stellen Schuldner fest, dass sie ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen können und ihre wirtschaftliche Situation schwierig ist, wird eine Neu-Organisation notwendig. Hierbei handelt es sich um die Schuldensanierung. Der erste Schritt ist es, sich einen Überblick über die bestehenden Verbindlichkeiten und Schulden zu verschaffen, um so ein strukturiertes Abzahlen von angefallenen Schulden zu gewährleisten.

Die Bestandsaufnahme im Rahmen einer Schuldensanierung

Bevor darüber nachgedacht werden kann, wie eine Rückzahlung der Schulden doch noch umgesetzt werden kann, muss eine Bestandsaufnahme über die aktuelle Situation gemacht werden. Hierfür trägt der Schuldner alle Unterlagen zusammen. Dabei sollte keine Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten genommen werden. Für eine umfassende Sanierung der Schulden und für die Schuldenfreiheit müssen alle bestehenden Verbindlichkeiten (z.B. ein Kredit) aufgelistet werden. Dazu gehören:

  • Kreditverträge
  • Mahnungen
  • Rechnungen
  • Ratenzahlungen

Durch eine Auflistung aller aktuellen offenen Verbindlichkeiten und Schulden kann sich ein Schuldner einen Überblick verschaffen. Dieser Schritt funktioniert am besten durch die Unterstützung einer Schuldnerberatung.

Wichtig: Lässt sich die Höhe einer oder mehrerer offener Forderungen nicht korrekt nachvollziehen, haben Schuldner die Möglichkeit, eine Forderungsaufstellung bei dem Gläubiger zu beantragen.

Zinslos Geld leihen – die beste Möglichkeit für die Schuldensanierung

Um einen Überblick darüber zu bekommen, in welchem Verhältnis die Einnahmen sowie die Ausgaben stehen und wie hoch die monatlichen Möglichkeiten für die Tilgung sind, ist eine Tabelle bei der Schuldensanierung hilfreich. Eingetragen werden alle festen monatlichen Einnahmen (Einkommen etc.) und Ausgaben (laufende Kosten etc.). Daneben erfolgt eine Auflistung der Verbindlichkeiten (Kredit etc.).

Zeigt sich bei dieser Auflistung, dass mit den Beträgen, die monatlich für die Tilgung zur Verfügung stehen, nicht alle Schulden bedient werden können, muss die Schuldensanierung anders erfolgen.

Ideal ist es, wenn Sie Geld bei Freunden und Familie zinslos leihen können. Ein großes Problem bei bestehenden Verbindlichkeiten sind die Zinsen. Können die vereinbarten Beiträge nicht geleistet werden, fallen weitere Zinskosten und Mahngebühren an. Mit einem zinslosen Darlehen können die dringenden Verbindlichkeiten im Rahmen der Schuldensanierung in Angriff genommen werden. Wichtig ist es, Verträge darüber abzuschließen, dass Geld geliehen wird.

Die Schuldensanierung durch die Umschuldung

Teilweise wird im Rahmen einer Schuldensanierung eine Umschuldung angesprochen. Durch die Kreditaufnahme werden bestehende Forderungen bedient. Der Kredit wird dann in Raten abgezahlt. Das kann in einigen Fällen eine gute Lösung darstellen. Allerdings sind hier wichtige Punkte zu beachten:

  • Kosten für den Kredit: Eine Kreditaufnahme bringt zusätzliche Kosten mit sich. Die Zinsen müssen bedient werden. Gerade Kreditnehmer, die bereits hohe Verbindlichkeiten und, damit verbunden, eine nicht solide Bonität haben, bekommen Kredite oft zu weniger guten Konditionen. Es lässt sich durch eine Umschuldung kaum etwas sparen. Daher sollte immer auch der finanzielle Vorteil gesehen werden, wenn es darum geht, mit einem Kredit bei der Umschuldung zu arbeiten.
  • Bonität: Stehen schon länger Zahlungen aus, sind Mahnungen eingegangen oder laufen sogar Mahnverfahren, ist die Wahrscheinlichkeit gering, einen Umschuldungskredit zu erhalten. Einträge in der Schufa sind kontraproduktiv.
  • Abzahlung der Schulden muss sichergestellt werden: Teilweise nehmen Kreditnehmer das Geld aus dem Umschuldungskredit nicht, um die restlichen Verbindlichkeiten zu bedienen. Es entstehen weitere Schulden.

Damit eine Schuldensanierung durch eine Umschuldung mit einem Kredit erfolgreich gelingt, sollte Sie sich von einer professionellen Schuldnerberatung beraten lassen. Für die Zusammenfassung mehrerer Ratenverträge oder kleinerer Verbindlichkeiten ist eine Umschuldung oft sinnvoll. So haben Schuldner einen besseren Überblick. Zeigt die Aufstellung der Schulden jedoch hohe Beträge, die durch die Einnahmen nicht bedient werden können, muss ein anderer Weg gefunden werden. Eine Schuldnerberatung kann hier den idealen Weg für Sie ermitteln.

Schuldensanierung mit dem Schuldenbereinigungsplan

Eine Schuldensanierung soll dabei helfen, die Verbindlichkeiten zu bedienen und die Schuldenfreiheit zu erreichen. Der Schuldenbereinigungsplan wird hierfür häufig als Hilfe genutzt. Hier geht es um die Einigung mit den Gläubigern. Nachdem die Forderungen sowie das bestehende Vermögen des Schuldners aufgelistet sind, erfolgt auf dem Schuldenbereinigungsplan die Verteilung unter den Gläubigern. Die Gläubiger erhalten dann den Plan und können diesem zustimmen oder ihn ablehnen.

Wird das Einverständnis durch die Gläubiger erklärt, kann eine Insolvenz oft abgewendet werden. Das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren sollte unbedingt mit der Unterstützung einer Schuldnerberatung erfolgen. Oft sind sich Privatpersonen oder auch Unternehmer gar nicht darüber bewusst, welche Möglichkeiten sie für die Einigung ohne Gericht haben.

Zudem ist eine Schuldnerberatung in der Lage, den Gläubigern deutlich zu machen, was passiert, wenn dem Bereinigungsplan nicht zugestimmt wird. Tritt der Fall einer Insolvenz ein, verlieren Gläubiger oft noch mehr Geld, als bei der Zustimmung für den Bereinigungsplan. Gerade dann, wenn sehr hohe Schulden bestehen, ist dieser Weg oftmals der bessere Schritt, für die Gläubiger als auch für den Schuldner selbst.

Schuldensanierung mit der Privatinsolvenz

Einer der letzten Wege, um die Schulden in den Griff zu bekommen, ist die Privatinsolvenz. Wenn eine Schuldensanierung durchgeführt wird, dann basiert diese normalerweise auf dem Wunsch, möglichst alle Gläubiger gut bedienen zu können. Wird durch die Gläubiger der Vergleich nicht angenommen, haben Schuldner meist jedoch nur noch den Weg über die Insolvenz. Gerade bei hohen Verbindlichkeiten ist es für den Schuldner eine Möglichkeit, am Ende der Privatinsolvenz durch eine Restschuldbefreiung die Schulden komplett aufzulösen.

Während der Privatinsolvenz muss der Schuldner jedoch das Einkommen, welches über der Pfändungsfreigrenze liegt, 3 Jahre lang abtreten. Diese Einschränkungen müssen hingenommen werden, damit eine Restschuldbefreiung erfolgen kann. Auch wenn diese Form der Schuldensanierung eine finanzielle Zurückhaltung bedeutet, werden nach Ablauf der 3 Jahren alle im Insolvenzverfahren erfassten Schulden aufgelöst. Fortan kann der Schuldner in eine schuldenfreie Zukunft blicken.

Fazit zur Schuldensanierung

Die Schuldensanierung ist der erste Schritt, um einen ersten Überblick über alle bestehenden Verbindlichkeiten zu bekommen und einen Plan zur Auflösung der Schulden zu erstellen. Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, die Verbindlichkeiten wie vereinbart zu bedienen. Das kann durch veränderte finanzielle Situationen entstehen. Da es heute sehr unkompliziert ist, Kreditverträge zu erhalten, kann es schnell passieren, dass die monatlichen Raten steigen und nicht mehr bedient werden können. Durch die Aufstellung aller bestehenden Zahlungen und Beträge, kann ein Schuldner überprüfen, ob er mit seinen Einnahmen in der Lage ist, die Gläubiger auszuzahlen oder die vereinbarten Raten weiterhin abzahlt. Ist dies nicht der Fall, kann auf der Basis eines Schuldensanierungsplans überlegt werden, welche nächsten Schritte eingeleitet werden.

Eine hilfreiche Begleitung in eine schuldenfreie Zukunft ist eine professionelle Schuldnerberatung. Sie haben den Überblick über Ihre wirtschaftliche Situation verloren? Wünschen Sie weitere Informationen und Hilfe zum Thema Schulden, Privatinsolvenz und zum verkürztem Insolvenzverfahren? Dann nehmen Sie noch heute Kontakt zu uns auf! Bei Phoenix Schuldnerberatung erhalten Sie Hilfe. Gerne beraten wir Sie zu Ihrer Problematik.