In der Schuldnerberatung spielt das Thema Schuldenerlass eine wichtige Rolle. Schuldenerlass bedeutet, dass der Gläubiger ganz oder teilweise auf seine Forderung verzichtet und der Schuldner diese Forderung nicht mehr zahlen muss. Damit der Gläubiger auf seine Forderung verzichtet und Schulden erlassen werden, ist es daher notwendig mit diesen außergerichtlichen Verhandlungen zu führen. In der Regel ist es eher selten, dass auf Forderungen verzichtet wird, ohne dass im irgendwelcher Form Verhandlungen geführt werden.

Schuldenerlass durch Ratenzahlung oder einmaligen Vergleichsbetrag

Um außergerichtlich einen Schuldenerlass zu erreichen, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten. Mit dem Gläubiger kann zum Beispiel eine Ratenzahlung mit monatlichen Raten für einen bestimmten Zeitraum ausgehandelt werden, wobei dieser sodann nach der Zahlung der letzten Rate auf den Rest der Forderung verzichtet. Nachfolgend ein Beispiel zu dem Schuldenerlass in der Ratenzahlung:

  • Beispiel: Die Forderung beträgt insgesamt 5.000,00 €. Es wird eine Ratenzahlung in Höhe von 100,00 € für einen Zeitraum von 36 Monaten vereinbart. Insgesamt werden sodann 3.600,00 € durch die Ratenzahlung an den Gläubiger gezahlt. Im Gegenzug verzichtet dieser nach Zahlung der letzten Rate auf den restlichen Anspruch in Höhe von 1.400,00 €.

Eine weitere außergerichtliche Möglichkeit ist es, einen einmaligen Vergleichsbetrag auszuhandeln, wobei der Gläubiger sodann nach Zahlung des Vergleichsbetrages auf den Rest der Forderung verzichtet. Nachfolgend ein Beispiel:

  • Beispiel: Die Forderung beträgt insgesamt 5.000,00 €. Es wird ein einmaliger Vergleichsbetrag von 2.000,00 € ausgehandelt. Nach Zahlung des Vergleichsbetrages verzichtet der Gläubiger sodann auf die restlichen 3.000,00 € und erteilt einen Schuldenerlass.

Auf welche Beträge sich die Gläubiger bei der monatlichen Ratenzahlung oder dem einmaligen Vergleichsbetrag einlassen, damit Schulden erlassen werden, hängt von der derzeitigen Situation des Schuldners ab und muss individuell ausgehandelt werden. Generell ist es bei Verhandlungen einfacher eine Einigung zu erzielen, wenn kein pfändbares Einkommen und keine Vermögenswerte vorhanden sind. Es ist aber auch bei pfändbarem Einkommen und Vermögenswerten möglich, eine Einigung zu erzielen.

Schuldnerberatung als wertvolle Unterstützung bei Verhandlungen zum Schuldenerlass

Bei den Verhandlungen mit den Gläubigern bezüglich eines Schuldenerlasses kann die Schuldnerberatung eine wertvolle Unterstützung und Hilfe sein. In der Regel verfügen Schuldnerberatungen über ein hohes Maß an Erfahrung und können eine gute Einschätzung dazu liefern, welche Vergleichsbeträge angeboten werden sollten. Grundsätzlich kann eine Schuldnerberatung Ihnen wertvolle Tipps für die Verhandlungen mit den Gläubigern geben oder auch die Verhandlungen vollständig für den Schuldner übernehmen. Erfahrungsgemäß ist es oft von Vorteil, wenn die Schuldnerberatung mit dem Gläubiger in Kontakt tritt und die Verhandlungen vollständig übernimmt. Meist sind die Erfolgsquoten deutlich höher, wenn die Verhandlungen von einer professionellen Schuldnerberatung geführt werden.

Der Schuldenerlass als außergerichtliche Vereinbarung, von der alle Parteien profitieren

Grundsätzlich stellt sich vielen Schuldnern die Frage, warum sich ein Gläubiger überhaupt auf einen Schuldenvergleich einlassen und freiwillig auf einen Teil seiner Forderung verzichten sollte. Aus diesem Grund wagen sich auch viele Menschen nicht, überhaupt in die Verhandlungen zu gehen. Tatsächlich sind jedoch viele Gläubiger bereit, sich auf Verhandlungen einzulassen und dann auch einen Schuldenerlass auszusprechen. Es gibt verschiedene Motive, warum der Gläubiger selbst auch an diesen Verhandlungen interessiert ist. Gerade, wenn der Gläubiger bereits seit einigen Jahren erfolglos versucht, seine Forderung durchzusetzen aber alle Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Kontopfändungen, ins Leere laufen, ist es für den Gläubiger auch vorteilhaft, wenigstens einen Teil der Forderung des Schuldners zu erhalten, anstatt unter Umständen noch viele Jahre Zeit und Kosten zu investieren, um am Ende vielleicht keinen einzigen Euro zu erhalten. Auch wenn ein Insolvenzverfahren droht, in welchem evtl. nichts pfändbar ist, ist der Gläubiger mit außergerichtlichen Verhandlungen wirtschaftlich deutlich bessergestellt. Diese wirtschaftliche Besserstellung ist daher ein großer Anreiz.

Bei der Vereinbarung eines Schuldenerlasses können somit beide Parteien davon profitieren und die Angelegenheit abschließen. Um einen Schuldenerlass zu erzielen, muss nach in Deutschland geltendem Recht eine Zustimmung beider Parteien vorliegen, kein Beteiligter kann zu einem Schuldenerlass gezwungen werden.

Ist der Gläubiger nicht zu einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung bereit, ist meist die Stellung einen Insolvenzantrages der letzte Ausweg für den Schuldner, um in Zukunft schuldenfrei zu sein. Hält der Schuldner sich an alle Pflichten und Obliegenheiten im Insolvenzverfahren, erhält dieser nach 3 Jahren die Restschuldbefreiung. Mit der Erteilung der Restschuldbefreiung ist die Forderung des Gläubigers gegenüber dem Schuldner nicht mehr durchsetzbar. Viele sprechen in dem Zusammenhang daher auch von einem gerichtlichen Schuldenerlass.

Sind Sie auf der Suche nach einer professionellen Schuldnerberatungsstelle in Deutschland? Haben Sie Fragen rund um das Thema Schuldenerlass, außergerichtliche Verhandlungen, Insolvenzverfahren und welche Pflichten und Folgen damit einhergehen? Das Team von Phoenix Insolvenz- und Schuldnerberatung steht Ihnen als qualifizierte Beratungsstelle jederzeit gerne zur Seite. Nehmen Sie ganz einfach per E-Mail oder Telefon Kontakt zu uns auf und lernen Sie uns in einem persönlichen und für Sie völlig unverbindlichen Erstberatungsgespräch kennen. Weitere Informationen zu uns erhalten Sie auch auf unserer Startseite von phoenix-schuldenfrei.de.

Gemeinsam ermitteln wir für Sie einen individuellen Lösungsweg, der Ihnen zu einer schuldenfreie Zukunft verhilft – Ihr Team von Phoenix Schuldner- und Insolvenzberatung.